Die Les Humphries Singers

Aufstieg und Fall einer Poplegende

Die Les Humphries Singers

Dokumentarfilm von Andreas Fischer
Deutschland 2007/2008

Ende der 1960er-Jahre kommt Les Humphries, bei der britischen Marine zum Allround-Musiker ausgebildet, nach Hamburg und hat eine brillante Idee. Inspiriert vom Hippie-Musical „Hair“ stellt er einen Chor aus internationalen Sängerinnen und Sängern zusammen und produziert modern arrangierte Gospels – die Les Humphries Singers sind geboren. Auftreten und Erscheinungsbild des Chors treffen den Flower-Power-Zeitgeist, ihre eingängige Party-Musik findet ein großes Publikum, die Les Humphries Singers erleben einen kometenhaften Aufstieg. Es folgen Hits wie „Promised Land“, „Mexico“, „Mama Loo“ oder „Kansas City“, die eine ganze Generation begeistern. Bis 1976 verkaufen sie 48 Millionen Schallplatten.

Doch hinter den glanzvollen Kulissen spielen sich menschliche Dramen ab. Ein Mitglied der Gruppe verfällt der Heroinsucht. Jimmy Bilsbury, mit dem Les Humphries die meisten Titel gemeinsam komponiert, hat zunehmend Alkoholprobleme. Zudem löst der autoritäre Führungsstil des ehemaligen Royal Mariner Les Humphries heftige Spannungen in der Gruppe aus. Mitte der 1970er-Jahre beginnt sich der Sound zu erschöpfen. Ein mäßiger Auftritt beim Grand Prix Eurovision 1976 mit dem Ralph-Siegel-Titel „Sing Sang Song“ leitet das Ende der Erfolgsgeschichte der Les Humphries Singers ein. Die Glanzzeiten sind endgültig vorbei, als Gründer Les Humphries kurz darauf wegen Steuerschulden das Land fluchtartig verlässt.

Von den ehemaligen Sängern machen einige nach dem Ende des Hippie-Chors in der Musikbranche Karriere. Jürgen Drews wird mit dem Titel „Ein Bett im Kornfeld“ zum Star und belebt die Boulevardpresse bis heute. Liz Mitchell wird Mitglied der Gruppe Boney M. und landet Welthits, Linda Uebelherr-Thompson erlangt mit der Gruppe Silver Convention und dem Titel „Fly Robin Fly“ im Disco-Sound der späten 1970er-Jahre Weltruhm./p>

Der Dokumentarfilm von Andreas Fischer präsentiert mit der Lust des Fans und dem neugierigen Blick des filmenden Forschers einen neuen „alten“ Chor, der das Verstreichen der Lebenszeit zum Thema macht, aber auch „Liebe“, „Einsamkeit“ und „Tod“. Vor der Kamera baut sich noch einmal der Chor auf. Überraschend offen sprechen ehemalige Mitglieder der Les Humphries Singers wie Jürgen Drews und Henner Hoier sowie der Konzertveranstalter Fritz Rau über den kometenhaften Aufstieg und den Zerfall des Pop-Phänomens und lüften bemerkenswerte Geheimnisse.

Von diesem Film wurden zwei Fassungen produziert: die ursprüngliche Fassung hat eine Laufzeit von 90 Minuten, die spätere Langfassung 110 Minuten.

Quelle: NDR

 

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